22/7/2018
Sonntag
|
10:00 Uhr
|
Stiftsbasilika Aschaffenburg
Eintritt frei

Kantatengottesdienst zur Eröffnung

 J. S. Bach: „Du Hirte Israel, höre“ (BWV 104)

Die Kantate „Du Hirte Israel, höre“ entstand für Misericordias Domini, den zweiten Sonntag nach Ostern 1724 und gehört somit zu Bachs erstem Leipziger Kantatenjahrgang.

Der Text der sechs Kantatenteile lässt das Evangelium des Sonntags „Ich bin ein guter Hirte“ (Joh 10,12–16) anklingen. Bach verbildlicht diese, im Barock so beliebte Hirtenmetaphorik im Eröffnungssatz zum einen durch die Instrumentierung (zwei Oboen, Taille) und zum zweiten durch die ruhigen, aber bewegten Triolenläufe. Dem ersten Satz folgen zwei Satzpaare (Secco-Rezitativ und Arie), von denen das erste dem Tenor, das zweite dem Bass anvertraut ist. Wie so viele Kantaten endet auch die vorliegende mit einem schlichten vierstimmigen Choralsatz.

Weitere Bekanntheit erlangte diese Kantate durch die mehrfache Erwähnung in Maarten 't Harts Bestsellerroman „Das Wüten der ganzen Welt“: „Rätselhaft, dass man mit einer so tiefen Verehrung zu jemandem aufsehen kann, der für uns nur durch Klänge existiert, hervorgebracht nicht von ihm selbst, sondern von Instrumenten oder den Stimmen anderer Menschen. Und doch wusste ich damals nach dieser Kantate mit dem unvergleichlichen Einleitungschor und der mindestens ebenso unvergleichlichen Baßarie, dass ich mein Leben lang Bach über alles lieben würde, ...“

 

J. S. Bach: „Konzert a-Moll nach Antonio Vivaldi, bearbeitet von Marcel Dupré“ (BWV 593)

Als weiteres Werk dieses Kantatengottesdienstes wird das „Konzert in a-Moll“ in Teilen musiziert. Ein bedeutender archivalischer Fund durch Tobias A. Frank hat eine epochenübergreifende Koproduktion mehrerer Musikgenies zu Tage gefördert: J. S. Bach bearbeitete A. Vivaldis berühmtes a-Moll-Violinkonzert für Orgel solo. Was jedoch bislang kaum jemand wusste: Marcel Dupré hat diese Bearbeitung nochmals bearbeitet und ihr durch „Re-Orchestrierung“ für Orgel und Streicher eine neue klangliche Tiefe verliehen.

Im Europäischen Kulturerbejahr 2018 hat die Bachgesellschaft Aschaffenburg den Titel „Bach und Europa“ über die 31. Bachtage gestellt. Die Bearbeitung dieses Konzertes greift das Thema in einzigartiger Weise auf: drei große Komponisten, drei europäische Länder – ein Musikwerk.

 

N. N‍., Tenor
Christoph Kögel, Bass
Kammerchor der Stiftsbasilika
‍Kammerorchester der Stiftsbasilika
Caroline Roth, Leitung

Stiftspfarrer Martin Heim, Predigt

J.S. Bach:

Kantate BWV 104 "Du Hirte Israel, höre"

Konzert a-Moll nach Antonio Vivaldi, bearbeitet von Marcel Dupré, BWV 593