24/7/2018
Dienstag
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20:00 Uhr
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Kapitelsaal des Stiftsmuseums
28,– €

Phantasm – Gambenconsort

Perlen der Polyphonie: Von Byrd bis Bach

Obgleich das Gamben-Consort in England viel später als auf dem Kontinent zur Blüte gelangte, bewegte sich doch das Repertoire dafür von Anfang an auf sehr hohem Niveau: Keine Chance für oberflächlich-populäre Tänze! Dieses Programm zeigt vielmehr, dass und in welchem Maße das englische Oeuvre für Gamben-Consort von oft ausgeklügeltster Kontrapunktik durchdrungen ist. Bescheidene drei Stimmen reichen aus, um die faszinierendsten kontrapunktischen Strukturen zu flechten, und darüber hinaus liebten es die Komponisten, für diese Besetzung in gewagten Harmonien und komplexen Rhythmen zu schwelgen. In Sermone blando, a 3 (einem Hymnus für die katholische Laudes) stellt William Byrd seine Fertigkeiten in der Komposition über Themen Gregorianischer Gesänge unter Beweis. Seine Three fantasias, a 3 sind später entstanden, und vereinen auf s Trefflichste konzentrierten Kontrapunkt und dichteste Expressivität.Die überraschenden Werke für Gamben-Consort von Orlando Gibbons zeichnen sich durch Konzentration und Stimmigkeit aus.Matthew Locke beeinflusste Henry Purcell sehr stark mit seiner Vorliebe für stilisierte Tänze, und Purcell selbst blieb es - in seiner charakteristischen und brillanten Weise und mit perfektem Gefühl für harmonische Raffinesse - überlassen, die englische Tradition der Fantasia für Gamben-Consort noch einmal zu einem Höhepunkt zu führen. Johann Sebastian Bach schließlich bemühte sich Zeit seines Lebens darum, den strengen Kontrapunkt nicht als ,Augenmusik‘ erscheinen zu lassen. Das ist insbesondere aus dem Titel der Kunst der Fuge ersichtlich, der eben gerade von der Kunst der Fuge spricht, nicht von ihrer Künstlichkeit oder Kunstfertigkeit. Die Idee, dass eine Fuge lyrisch und expressiv sein könne, ist eine bedeutsame Errungenschaft in der Geschichte des Kontrapunkts, und die Doppelfuge Contrapunctus 8 aus der Kunst der Fuge kann als perfektes Beispiel dafür angesehen werden: Ein fesselndes Musikstück, gerade auf Grund der Art und Weise, wie Bach die Mittel der Fugenkomposition - kontrapunktische Rotation und Stimmenverteilung - dramatisch einsetzt.

Laurence Dreyfus, Diskant-Gambe 
und musikalische Leitung
Jonathan Manson, Tenor-Gambe
Markku Luolajan-Mikkola, Bass-Gambe

Elizabethanische Visionen                                                               

Fantasia XIV a3                                            Thomas Tomkins (1572-1656)

Browning                                                       Elway Bevin (1554-1638)

Sermone Blando a3              William Byrd (ca.1540-1623)

Three Fantasies a3                     

Jakobinische Stimmen

Four Fantasies  (ca.1620)                              Orlando Gibbons (1583-1625)

Launen des Commonwealth

Flat Consort No. 1 in c       Matthew Locke (1622-1677)

'for my cousin Kemble'

Fantazie-Courante-Fantazie- 

Saraband-Fantazie-Jigg

Flat Consort No. 2 in B flat                         

Fantazie-Courante-Fantazie- 

Saraband-Fantazie-Jigg

Ehrfurcht der Restauration

Three Fantazias (1680)                                 

Henry Purcell (1659-1695)

Kunst der Fuge

Aus: Kunst der Fuge, BWV 1080                
Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Contrapunctus 8