Bachtage 2019: Bach und Telemann

Theodor W. Adorno sprach von der „unermesslichen qualitativen Differenz“ zwischen Bach und Telemann. Damit knüpfte er an das späte 19. Jahrhundert an, in dem Telemann noch als minderwertiger Vielschreiber einen schlechten Ruf hatte. Auch Albert Schweitzer erlag der Versuchung, in einem Vergleich zweier Kantaten das Werk Bachs über das von Telemann zu stellen, nicht wissend, dass die Bach zugeschriebene Kantate tatsächlich von Telemann komponierte wurde, wie neuere Forschungen ergaben. Dabei waren Bach und Telemann zu Lebzeiten freundschaftlich verbunden. Sie lernten sich kennen, als sie zur gleichen Zeit an zwei benachbarten Fürstenhöfen wirkten: Telemann in Eisenach und Bach in Weimar. Nach den Überlieferungen des Bach-Sohns Carl Philipp Emanuel, dessen Patenonkel Telemann war, begegneten sich die Beiden regelmäßig und schätzten sich gegenseitig. Beide bewarben sich um das Amt des Thomaskantors, Bach erhielt den Zuschlag nur deshalb, weil Telemann seine Bewerbung zurückzog. Das von Telemann 1701 in Leipzig gegründete Collegium musicum wurde 1729 von Bach übernommen, Bach führte in Leipzig regelmäßig auch Werke von Telemann auf.
Die 32. Aschaffenburger Bachtage wollen in der Gegenüberstellung der Werke Bachs und Telemanns deutlich machen, dass Telemann weit mehr ist als ein einfallsloser Vielschreiber und den vielfältigen Bezügen in Leben und Werk dieser beiden Komponisten nachspüren.

Bedeutende Künstler besuchen zu den Bachtagen den Bayerischen Untermain und musizieren in stimmungsvollen historischen Räumen. So tritt zum Beispiel die Nachwuchscembalistin Elina Albach auf, die in ihrem Fach gerade die Konzertwelt erobert. Ebenfalls auf internationalem Parkett zuhause ist der Cellist Isang Enders, der als Solist bereits im Wiener Musikverein oder im Konzerthaus Berlin spielte. Das Bennewitz Quartett, ein tschechisches Streichquartett, ist durch seine Präsenz auf renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen oder dem Rheingau Musik Festival bekannt. Theoretischen Input zum diesjährigen Bachtagemotte wird Dr. Christine Blanken, Musikwissenschaftlerin am Leipziger Bach-Archiv, geben. Das genaue Programm folgt in Kürze.

Veranstaltungen 2019

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