30/7/2019
Dienstag
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20:00 Uhr
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Stadttheater, Bühne 3
Eintritt frei

Bach und Telemann - Vortrag von Dr. Christine Blanken

Bach & Telemann - Was für eine Konstellation! Wären es heute zwei Konkurrenten eines Wettbewerbs, würde rasch festzustehen, wer der Sieger ist: Bach natürlich!?

Damals sah es schon anders aus: Leipzig wollte 1723 ganz klar Telemann. Bach war sogar nur dritte Wahl als Thomaskantor. Privat kannte man sich - wie gut, wie nahe man sich im künstlerischen Austausch stand, das wüsste man gern näher. Musikalisch waren beide ausgesprochen polyglott und versuchten stets sich weiterzuentwickeln. Der langlebigere Telemann stellte sich musikalisch immer wieder in Frage, passte sich den wechselnden Modenstärker an und wurde schließlich zum Repräsentanten deutscher Musik schlechthin. Historisch durchsetzen konnte sich gleichwohl Bach.

Der Vortrag widmet sich Gegensätzen und Überschneidungen im Schaffen von Bach und Telemann sowie biographischen Anknüpfungspunkten.

Dr. Christine Blanken studierte Historische und Systematische Musikwissenschaften sowie Germanistik an den Universitäten Göttingen und Wien und wurde 1999 über »Franz
Schuberts Oratorium Lazarus und das Wiener Oratorium zu Beginn des 19. Jahrhunderts« promoviert. Von 1999 bis 2005 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bachquellen-Forschungsprojekt »Göttinger Bach-Katalog« am Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen. Seit 2005 ist sie am Bach-Archiv Leipzig tätig. Im Oktober 2011 übernahm sie die
Leitung des Referats Forschung II »Die Bach-Familie«. In dieser Funktion betreut sie die Ausgaben von Dokumenten und musikalischen Editionen sowie das Datenbank- und Digitalisierungs-Portal Bach Digital.

Neben der Musik der Bach-Familie im Allgemeinen sind ihre Forschungsschwerpunkte die Entwicklung oratorischer Musizierformen von den Anfängen in Deutschland (Reinhard Keiser) bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die Überlieferung der Musik für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach sowie die Überlieferung der Musik der Bach-Familie im alt-österreichischen Kulturraum. Nebenamtlich ist sie seit 1990 als Kirchenmusikerin tätig.

Stiftspfarrer Martin Heim, Predigt